Schwimmende Wolfsmilch

Schwimmende Wolfsmilch

Andere Bezeichnungen: Schwimm-Wolfsmilch, Wasserwolfsmilch
lat.: Phyllanthus fluitans

Diese in Südamerika vorkommende Schwimmpflanze überrascht je nach Licht- und Nährstoff-bedingungen mit auffälligen, kräftigen Rottönen. Die Kultivierung im Aquarium scheint jedoch nicht immer einfach zu gelingen. Nach Kasselmann ist P. fluitans „äußerst lichthungrig, sowie wärmeliebend (Temperatur 25-28°C) und verträgt nur eine mäßige Wasserbewegung“. Der letzte Punkt scheint besonders kritisch, da die länglichen Sprosse mit den wechselständigen Blättern bei zuviel Oberflächenbewegung innerhalb weniger Tage mit dem „älteren“ Ende untergehen. Es ragen dann oft nur noch die jüngsten Blätter aus dem Wasser, der Rest verdirbt und zieht die Pflanze weiter nach unten.

Daher wird mitunter empfohlen, die Wolfsmilch zwischen anderen Schwimmpflanzen wie Froschbiss oder Büschelfarn zu halten, welche die fragileren Wolfsmilchsprosse dann stabilisieren können. In kleinen Wasserschalen mit etwas Dünger und Zimmertemperatur (21-24°C) konnte ich die Pflanzen auch unter eher schwacher Beleuchtung (LED-Röhre) halten, wenngleich die Pflanzenmasse so nur sehr langsam zunimmt. Das war mein Backup aus Sorge, dass ich die Pflanze ganz verliere. Unter diesen Bedingungen verderben ältere Blätter fast so schnell, wie neue gebildet werden. Diese Blätter bekommen schwarze Stellen, bilden dunkle Tröpfchen auf ihrer Oberseite und lösen sich letztlich auf. Nach einigen Wochen in dieser „Kultur“ wurden die Blätter zum Sproßende hin kleiner und wuchsen nach oben weg von der Wasseroberfläche, sicher ein Zeichen des Lichtmangels. Immerhin zeigen diese Exemplare sehr kräftige Rottöne, was ich wegen des Lichtmangels auf den Eisenvolldünger zurückführe. Die ersten vier Aufnahmen dieser Seite zeigen diese roten „Schalenkultur“-Pflanzen, die ich 2018 von privat erhielt. Die damalige Lieferung per Post war fast komplett verdorben, aber aus wenigen noch intakten Pflänzchen wuchs der aktuelle Bestand. Die Pflanzen sind insgesamt recht zerbrechlich, das zunächst rötliche, bald dunkel bis schwarz werdende Wurzelwerk ist sehr starr. Das macht den Transport/Versand schwierig, da die Pflanzen leicht „auseinanderbrechen“.

Ganz anders die Pflanzen aus einer zweiten Sendung. Diese deutlich grünlicheren Pflanzen besitzen ebenfalls rötliche Wurzeln, sind aber nicht so starr und besitzen größere Blätter. Nach Angaben der Besitzerin vermehren sich diese Pflanzen gut, selbst bei sich bewegender Wasseroberfläche. Sie zeigen im Aquarium auch nicht den ausgeprägt wechselständigen Sprossbewuchs der Schwimmblätter. Aufgrund dieser flexibleren Phytotomie kamen diese Pflanzen ohne Ausfälle per Post an.

Das Ziel ist nun, in den folgenden Wochen die Eigenschaften beider Formen bei vergleichbaren Bedingungen (Temperatur, Wasserbewegung, Nährstoffangebot, Beleuchtung) zu halten und zu beobachten, inwieweit hier die äußeren Faktoren entscheidend sind, oder ob es sich eventuell doch um zwei unterschiedliche Arten/Unterarten/Variätäten handelt. Wird fortgesetzt…

Abgabe
Aktuell keine Abgabe.